PETG vs. PLA: Der Unterschied im 3D-Druck erklärt
PETG vs. PLA: Der Unterschied, den viele erst beim zweiten Bauteil merken
Beide Materialien lassen sich einfach drucken, beide sehen im Datenblatt harmlos aus. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn ein Bauteil tatsächlich benutzt, belastet oder erwärmt wird.
Eine Halterung, die zweimal gedruckt wurde
Ein Kunde brauchte eine Halterung für ein Gerät in seiner Werkstatt. Beim ersten Mal nahmen wir PLA - schnell, günstig, sah gut aus. Ein paar Wochen später rief er an: Die Halterung sei gebrochen, als er das Gerät etwas ruppig eingesetzt hatte. Kein Wunder, im Nachhinein - PLA ist maßhaltig und schön, aber spräde. Wir druckten dieselbe Halterung noch einmal in PETG. Sie steckt seither auch gröbere Handgriffe weg, ohne zu splittern.
Des ist der Klassiker: Ein Teil, das anfangs in PLA gut genug schien, verlangt im Alltag nach etwas Zäherem, Wer den Unterschied vorher kennt, spart sich die zweite Runde.
Wo beide Materialien wirklich auseinandergehen
PLA punktet mit sehr geringer Schrimpfung, glatter Oberfläche und hoher Detailtreuee - iddeal, wenn ein Bauteil vor allem gut aussehen oder exakt stimmen soll. Seine Schwäche ist die Sprödigkeit: Es bricht eher, als dass es nachgibt und wird ab rund 60°C weich. PETG dagegen verbindet einfache Druckbarkeit mit der Zähigkeit von ABS - es verträgt Stöße besser, ist chemisch beständiger und bleibt bis etwa 80°C formstabil. Der Preis dafür: PETG ist feuchtigkeitsempfindlicher, muss trocken gelagert werden und neigt beim Druck stärker zur Fadenbildung.
Die einfache Entscheidungsregel
Wird ein Bauteil vor allem gezeigt, verkauft oder als Formstudie genutzt - Architekturmodell, Designmuster, Messestück - ist PLA meist die bessere Wahl. Sobald es im Alltag angefasst, bewegt oder belastet wird - Halterung, Gehäuse, Behälter, Funktionsmuster -, ist PETG die robustere Option. Und bei Bauteilen mit Lebensmittelkontakt spielt PETG einen weiteren Vorteil aus: Auf PET-Basis ist es grundsätzlich lebensmittelkonform.
Was das für Sie heißt
Sagen Sie uns einfach, was Ihr Bauteil aushalten muss - wird es angefasst, bewegt, belastet, oder soll es vor allem gut aussehen? Diese eine Frage entscheidet meist zweischen PLS und PETG. Wir stimmen die Wahl mit Ihnen ab, bevor gedruckt wird, damit es nicht die zweite Halterung braucht.
Zwei Fragen, die uns oft getellt werden
Kann ich PETG lackieren?
Möglich, aber aufwendiger als bei PLA - die glatte Oberfläche braucht eine geeignete Grundierung.
Ist PETG lebensmittelecht?
Auf PET-Basis grundsätzlich ja. Für den konkreten Fall stimmen wir uns kurz ab.
Nicht sicher, welches der beiden?
Schreiben Sie uns in einem Satz, wofür das Bauteil gedacht ist - wir empfehlen die richtige Wahl, bevor Sie zweimal drucken lassen.
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