Ersatzteil nicht mehr lieferbar? Wie Reverse Engineering aus einem alten Bauteil ein neues macht
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Der Lieferant existiert nicht mehr, die Zeichnung ist verschollen, und die Maschine steht still, wegen eines einzigen Kunststoffteils. Ein überraschend häufiger Anruf bei uns. Und meistens einer mit gutem Ende.
Ein Landwirt, eine Erntemaschine und ein gebrochenes Teil
Mitten in der Saison meldete sich ein Landwirt aus einer Nachbargemeinde. An seiner in die Jahre gekommenen Erntemaschine war ein Kunststoffteil gebrochen, eine Führung die klein und unscheinbar, aber ohne sie lief nichts. Der Hersteller der Maschine existierte längst nicht mehr, eine Ersatzteilnummer führte ins Leere, eine Zeichnung gab es nie. Und die Ernte wartete nicht.
Er brachte uns das gebrochene Teil vorbei. Wir haben es mittels 3D-Scan vermessen, rekonstruierten die Geometrie als CAD-Modell und druckten es neu, in einem Material, dass der Belastung ohne probleme standhielt. Zwei Tage später lief die Maschine wieder. Und weil wir bei der Rekonstruktion sahen, warum das alte Teil an genau dieser Stelle gebrochen war, hält das neue voraussichtlich länger als das erste je hätte halten können.
Wie aus einem Stück Kunststoff wieder ein Bauteil wird
Ausgangspunkt ist immer das physische Teil oder das Gegenstück, ein Foto genügt nicht. Wir vermessen das Original genau, digitalisieren die Geometrie und bauen daraus ein vollständiges CAD-Modell. Dabei fällt oft direkt auf, warum ein Teil versagt hat: eine zu dünne Wand, eine ungünstige Kerbe. Diese Erkenntnis fließt in die Neukonstruktion ein. Das Ergebnis ist deshalb selten eine bloße Kopie, sondern häufig eine verbesserte Version.
Warum das gerade bei alten Maschinen zählt
Viele Maschinen laufen länger, als ihre Ersatzteilversorgung reicht. Ist ein Teil abgekündigt oder der Hersteller verschwunden, bliebe sonst oft nur der Austausch einer ganzen Baugruppe, unverhältnismäßig teuer für ein kleines Kunststoffteil. Mit additiver Fertigung stellen wir genau das eine fehlende Teil neu her, ohne Werkzeugkosten, die sich bei einem Einzelfall ohnehin nie rechnen würden.
Was das für Sie heißt
Bringen Sie oder senden Sie uns das defekte Teil, wir übernehmen Vermessung, Rekonstruktion und Fertigung und geben Ihnen auf Wunsch die CAD-Daten mit. Dann sind Sie beim nächsten Mal unabhängig, egal ob der ursprüngliche Hersteller noch existiert oder nicht.
Zwei Fragen, die uns oft gestellt werden
Reicht ein Foto des Bauteils?
Nein. Für eine maßhaltige Rekonstruktion brauchen wir das physische Teil zum Vermessen.
Bekomme ich auch die CAD-Datei?
Ja, auf Wunsch. Damit können Sie das Teil künftig jederzeit nachbestellen.
Bringen Sie uns Ihr Sorgenkind
Ein gebrochenes Teil, keine Zeichnung, Zeitdruck? Senden Sie es uns. Wir prüfen, was möglich ist, und melden uns mit einem Angebot für Digitalisierung und Neufertigung.
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